Einzelhandel
Marge im Lebensmitteleinzelhandel: typische Spanne und Kalkulation
Wer im Lebensmitteleinzelhandel kalkuliert, will wissen, ob die eigene Marge im üblichen Rahmen liegt. Als grobe Orientierung gilt hier eine Marge (Handelsspanne, also Rohertrag geteilt durch den Netto-Verkaufspreis) von etwa 15 bis 30 Prozent. Gemessen als Aufschlag auf den Einkauf entspricht das etwa 18 bis 43 Prozent. Nach allen Kosten bleibt als Umsatzrendite meist nur ein Bruchteil davon, grob 1 bis 3 Prozent des Umsatzes.
Diese Werte sind eine redaktionelle Einschätzung zur groben Orientierung. Es gibt dafür keine amtliche Statistik und keine Einzelquelle je Branche. Betriebe weichen je nach Standort, Sortiment und Größe deutlich ab.
Warum die Marge im Lebensmitteleinzelhandel so liegt
Der Lebensmittelhandel arbeitet mit den dünnsten Margen überhaupt und gleicht das durch enormes Volumen und schnellen Lagerumschlag aus. Wenige Prozent Umsatzrendite sind hier bereits gut.
Die wichtigsten Kostentreiber
Hoher Wettbewerbsdruck, Personal, Energie für Kühlung, Verderb bei Frischware und ein sehr hoher Warenumschlag.
Rechenbeispiel
Ein typischer Fall pro Artikel: Bei einem Einkauf von 0,79 Euro netto und einem Verkaufspreis von 0,99 Euro netto bleiben 0,20 Euro Rohertrag. Das ergibt eine Marge von 20,2 Prozent, als Aufschlag auf den Einkauf 25 Prozent. Davon müssen noch Personal, Miete und Energie bezahlt werden. Genau diese Differenz zwischen Marge und Umsatzrendite ist im Lebensmitteleinzelhandel entscheidend.
Orientierung statt Dogma: Vergleiche deine eigene Marge über die Zeit, nicht nur mit dem Branchenschnitt. Standort, Sortiment und Betriebsgröße verschieben die üblichen Werte teils erheblich.
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Häufige Fragen
Warum ist die Marge im Supermarkt so niedrig?
Intensiver Preiswettbewerb und Preistransparenz lassen kaum Spielraum. Profitabilität entsteht über Masse und schnellen Umschlag, nicht über die Stückmarge.
Wie verdienen Discounter trotz niedriger Marge?
Durch hohen Umschlag, schlanke Sortimente und Eigenmarken. Eine niedrige Spanne mal hoher Umschlagshäufigkeit ergibt eine gute Rendite auf das gebundene Kapital.
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